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Geschichte Geschichte der 11sm – Malletlokomotiven im
Brohltal
Die Brohltalbahn-Eisenbahn-Gesellschaft , die nach ihrer Gründung zur Westdeutschen Eisenbahn Gesellschaft (WEG) gehörte, erhielt bereits kurz vor der Eröffnung der Bahn im Jahr 1901 als Erstausstattung im Jahr 1900 zunächst nur vier Zahnradlokomotiven, die die zahnstangenlose Talstrecke und die in den ersten Jahren der Bahn mit einer Zahnstange versehene Steilstrecke gleichermaßen befahren konnten. Bereits im Jahr 1902 wurde die Malletlokomotive 6m
(B'Bn4vt, Hohenzollern Fabr.Nr. 1498 / Bj. 1902) des Bahnamtes
Horrem der WEG zum versuchsweisen Betrieb auf der Talstrecke zur
Brohltalbahn umgesetzt. Über die genaue Dauer des Einsatzes
im Brohltal ist wenig bekannt, aber schon im gleichen Jahr wird
die Abgabe der Lok an die Härtsfeldbahn dokumentiert, wo sie
als Lok 1'' eingesetzt wurde. In den folgenden Jahren wechseln die
Betriebsmittel weniger oft. Im Jahr 1905 wird, wiederum von der
Bergheimer Kreisbahn, die Lok 10sm (B'Bn4vt, Humboldt 236 / 1904)
nach Brohl umgesetzt. Ihr folgt nur ein Jahr später die Lok
11sm (Humboldt 348 / 1906). Diese war allerdings von vorneherein
für die Brohltalbahn bestimmt und erreicht das Brohltal
daher fabrikneu. Eine dritte baugleiche Maschine kam im Jahr 1920
mit Lok 12sm (Humboldt 1474 / 1919) ins Brohltal. Die
Brohltalbahn, inzwischen unter eigener Regie und nicht mehr mit
der WEG verbandelt, hatte diese Lok noch zu besseren Zeiten
bestellt und nun eigentlich nicht mehr die nötigen
finanziellen Mittel, um sie auch abzunehmen. 1930 wurde die fünffach gekuppelte Lok I in
Dienst gestellt. Diese konnte die Steilstrecke ohne Zahnrad im
reinen Adhäsionsbetrieb befahren. Zur Unterstützung der
Lok I und zur endgültigen Ablösung der
Zahnradlokomotiven auf der Steilstrecke erwarb die Brohltalbahn
1934 die sehr schwere und leistungsfähige sechsachsige
Malletlok 12s von der Albtalbahn (C'Cn4vt, Hanomag 10570 / 1928),
die ebenfalls die Steilstrecke im Adhäsionsbetrieb bedienen
konnte. Bei der Brohltalbahn wurde diese Mallet als Lok II
geführt. Neben der Neuanschaffung der Lok II brachte das Jahr 1934 aber auch den Abschied von Lok 10sm, die abgestellt und später verschrottet wurde. Im Brohltal verblieben also die Malletlok II für die Steilstrecke und die Lokomotiven 11sm und 12sm für die Talstrecke. Die beiden kleineren Maschinen durften die Steilstrecke lediglich in Ausnahmefällen und unter bestimmten Bedingungen befahren. 1957 beschaffte die Brohltalbahn von der Nassauischen Kleinbahn die erst 1951 gebaute Lok 15. Die fünffach gekuppelte Maschine war ebenfalls für die Steilstrecke geeignet und erhielt die Bezeichnung Lok III. Vergleichsfahrten führten dazu, daß die schadanfällige und im Verbrauch ungünstigere Malletlok II abgestellt und nachfolgend verschrottet wurde. Es verwundert daher auch nicht, daß die Brohltalbahn 1963 das Angebot der Bahn Zell-Todtnau ablehnte, die 1925 von Hanomag gebaute und zur Lok II baugleichen Lok SEG 104 leihweise zu übernehmen. Glücklicherweise fand die Lok 1967 einen Abnehmer in der schweizer Museumsbahn Blonay-Chamby, wo sie ab 1971 Touristikzüge beförderte. Derzeit ist die Mallet dort nicht betriebsfähig abgestellt. So blieb wenigstens eine Schwesterlok der schwersten Brohltalbahn-Mallet erhalten. Lok 12sm wurde im Oktober 1964 mit Fristablauf abgestellt und bereits im November verschrottet. Im November 1965 erfolgte mit Inbetriebnahme der Dieselloks D1 und D2 der Traktionswechsel von Dampf zu Diesel. Lok 11sm erhielt eine letzte provisorische Untersuchung und wurde als Reservelok vorgehalten. Nachdem sich die Dieselloks als zuverlässig erwiesen, wurde Lok 11sm offiziell zum 1. Januar 1966 abgestellt, beförderte jedoch noch am 29. Januar den für lange Zeit letzten Dampfzug auf der Brohltalbahn, einen Sonderzug für Eisenbahnfreunde, bestehend aus dem Wagen VB50 und einem G-Wagen, zwischen Brohl und Oberzissen. 1968 erwarb die DGEG die Lok 11sm für ihr Museum in Viernheim, jedoch verblieb die Lok noch bis 1975 in Brohl. In der Lehrlingswerkstatt erhielt die 11sm eine äußerliche Aufarbeitung und ihr heutiges Farbkleid. Nach der Auflösung des Museums gelangte die 11sm 1989 zunächst als Leihgabe der DGEG zurück nach Brohl, bevor die IBS die Lok 1998 endgültig von der DGEG zurückerwerben konnte. Nicht verschwiegen werden sollen in dieser Auflistung aller Mallet-Einsätze auf der Brohltalbahn die Gasteinsätze der Malletlokomotiven 99 5902 der Harzer Schmalspurbahnen im Jahr 2002 und der 99 5901 im Jahr 2003. Die von den beiden Lokomotiven u.a. auf der Steilstrecke gebotenen Vorstellungen waren ein großartiges Spektakel für Auge und Ohr und überzeugten auch den letzten Zweifler davon, daß die 11sm wieder aufgearbeitet werden muß. Auch das große Besucherinteresse, nicht nur der eingefleischten Eisenbahnfans, an Fahrten mit einer solchen Lokomotive spricht für die Aufarbeitung der 11sm.
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