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Vorstellung Vorstellung
Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist „11sm“. Ich bin eine Dampflok, aber nicht irgendeine, sondern die einzig übrig gebliebene Dampf-lokomotive der Brohltal-Eisenbahn. Ich wurde 1906 in der Maschinenfabrik Humboldt in Köln-Kalk mit einem Gewicht von 48 Tonnen und einer Länge von 9,98 m geboren. Zeit meines aktiven Lebens habe ich schwere Güterzüge mit Steinen und Erden, aber auch mit Rollwagen, durch das reizvolle Brohltal gezogen. Dabei konnte ich als vierachsige Naßdampf-Tenderlok 1,2 t Kohle und 5 Kubikmeter Speisewasser mitführen, um Hunger und Durst zu stillen. Übrigens besitze ich an jedem Ende drei Puffer, um neben den Schmalspurzügen auch normalspurige Staatsbahnwagen auf dem Dreischienengleis zum Brohler Rheinhafen schleppen zu können.
Mitte der sechziger Jahre wurde ich pensioniert, denn die modernen Diesellokomotiven lösten mich damals ab. Allerdings ging es mir besser als meinen anderen Schwestern, die alle verschrottet wurden. Man verkaufte mich 1968 an die DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR EISENBAHN-GESCHICHTE. In meinem alten Lokschuppen in Brohl blieb ich bis 1975 abgestellt. Dann wollte mich die Brohltalbahn nicht mehr haben. Die DGEG brachte mich zur Lehrlingswerkstatt der BASF nach Ludwigshafen. Dort erhielt ich mein heutiges Farbkleid. Anschließend kam ich nach Viernheim bei Mannheim, wo ich die nächsten 14 Jahre als Paradestück im dortigen Schmalspur-Eisenbahnmuseum der DGEG dienen durfte. „Privatbahnlokomotive der Bauart Mallet“ lautete meine museale Bezeichnung.
Doch im Jahr 1989 war mein Heimweh nach dem Brohltal immer größer geworden, denn dort hatte sich mittlerweile die IBS als Förderverein zur Erhaltung der Brohltalbahn gebildet. Mit der INTERESSENGEMEINSCHAFT BROHLTAL-SCHMALSPUREISENBAHN (E.V.) wurden die nötigen Verträge abgeschlossen und am 14. Juni 1989 war es dann soweit: Mit Hilfe gewaltiger Kräne wurde ich wieder auf meine angestammten Meterspurgleise gestellt. Bei besonderen Gelegenheiten wurde ich dann in den folgenden Jahren aus dem Schuppen gezogen und den Besuchern als das älteste Original der Brohltalbahn präsentiert. Zwischenzeitlich hat mich die INTERESSENGEMEINSCHAFT BROHLTAL-SCHMALSPUREISENBAHN (E.V.) von der DGEG zurückgekauft. Denn schließlich gehöre ich dorthin, wo ich 60 Jahre meines aktiven Lebens verbracht habe.
Doch dabei soll es nicht bleiben. Trotz meines Alters fühle ich mich noch sehr rüstig und träume heimlich davon, wie in alten Tagen über meine wunderschöne Strecke durch das Brohltal zu schnaufen. Zukünftig möchte ich die Personenzüge des „Vulkan-Expreß“ mit vielen zufriedenen Fahrgästen bespannen. Daß ich nicht vergebens hoffe, zeigt mir die Tatsache, daß die IBS das andere Original der Brohltalbahn, den Wagen VB 50, hat wieder betriebsfähig herrichten lassen. Sie wissen es vielleicht: Das ist der eigentliche „Vulkan-Expreß“. Der Wagen ist vor kurzem 75 Jahre alt geworden. Ich aber werde im Jahr 2006 100 Jahre alt. Zu diesem Datum würden mich die Männer von der Interessengemeinschaft gerne wieder unter Dampf nehmen.
Damit aber mein Kessel wieder unter Druck stehen kann, muß ich mich zuvor zu einer gründlichen Hauptuntersuchung begeben, die leider gar nicht billig ist. Viele alte Teile müssen von Hand neu hergestellt werden, und tüchtige Fachleute werden etliche Stunden an mir zu arbeiten haben. Darum bitte ich herzlich um große und kleine Spenden für meine Wiederaufarbeitung. Zum Dank verspricht eine alte Dampflok schon jetzt, in wenigen Jahren wieder ein unvergeßliches Eisenbahnerlebnis auf der Brohltalbahn zu bieten zur Freude aller großen und kleinen Fahrgäste des „Vulkan-Expreß“!
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